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St. Franziskus-Kirche

Die St.-Franziskus-Kirche befindet sich in der Compestraße, gegenüber des Schwarzenbeker Rathauses. Geöffnet ist sie außer zu den Gottesdiensten an jedem Markttag, das ist am Mittwoch und Sonnabend von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr.

Beim Betreten der hohen einschiffigen Kirche wird der Besucher durch eine helle, freundliche und sehr klare Atmosphäre empfangen. Die hohen bleiverglasten Fenster ohne Bildmotive lassen viel Licht hinein und an vielen Stellen glänzt das Blattgold der zahlreichen Ikonen in der Kirche. Besonders in der Weihnachtszeit imponiert ein riesiger Tannenbaum, der fast bis zur Decke reicht, die großen und kleinen Gemeindemitglieder. Manch einer rätselt vielleicht, wie diese 15 Meter hohe Tanne überhaupt zu schmücken sei.

Altarraum: Vom Eingang aus fällt der Blick zunächst auf den Altar und die hinter ihm befindliche Rosette im Chor. Siegfried Assmann hat in den fünfziger Jahren von das Bild vom Heiligen Abendmahl neu gestaltet. Aus gleicher Zeit stammt der Torbogen, der Kirchenschiff von Altarraum trennt. Eine Meisterklasse der Hamburger Kunsthochschule gestaltete hier weiß und grau in Stein die Symbole der Evangelisten: Stier (Evangelist Lukas), Adler (Johannes), Taube (Heiliger Geist), Mensch (Matthäus) und Löwe (Markus). Auf dem gemauerten Altartisch befinde sich noch die Altarleuchter aus der ersten Kirche. Einer der Leuchter trägt die Inschrift: „Joachim Slatow gaff dissen Luchter. Anno 1605.“ Die nach dem Krieg zugemauerten Apsisfenster wurden 1993 wieder eröffnet. Sie sind von der Berliner Künstlerin Illo von Rauch-Wittlich nach Motiven aus dem Sonnengesang des Hlg. Franziskus und Szenen seines Lebens gestaltet.

Taufe: Der hölzerne Fuß entstammt der ursprünglichen neugotischen Einrichtung. Das Taufbecken enthält Jahreszahl der Kirchweihe: 1895. Da die alte Taufschale zu klein war und das Wasser nur für maximal 2 Täuflinge reichte, ersetzte man sie 2005 durch eine größere Messingtaufschale.

Taufengel: Auch der Taufengel (19. Jahrhundert) kommt aus der Vorgängerkirche, wo er über dem Altar hing. Er war 1856 dort entfernt worden, später im Kreismuseum Ratzeburg untergebracht bis er, von R. Heydenreich restauriert, 1997 wieder in die Kirche eingebracht wurde. Doch ein bisschen hat er auch hier schon gelitten, ist doch der eine Zeh leicht angeschlagen. Im hinteren Teil der Kirche hängt dieser schöne Engel wohl nicht hoch genug, so dass große Männer des Öfteren von „ihm leicht berührt werden“.

Ikonen: Sehenswert und ungewöhnlich für eine protestantische Kirche sind die zahlreichen Ikonen von 1996 im Kirchenschiff. Durch ihr Blattgold geben sie dem Raum etwas Festliches und Feierliches. Die Neustädter Künstlerin Barbara Teubner schuf hier Bilder nach Motiven aus dem Leben des Heiligen Franziskus. An der Kanzel links sieht man die Vogelpredigt des Franziskus, in der Mitte seine Stigmatisation und rechts die Predigt des Heiligen an die Kranken. Auch am Lesepult ist der Namenspatron der Kirche als Standbild dargestellt. In der Nähe der Taufe hängt ein Triptychon, das in der Passionszeit geschlossen werden kann. Hier stellen die Ikonen die Geburt Christi im geschlossenen Zustand dar. Offen zeigt das Triptychon auf der linken Seite das Pfingstwunder, in der Mitte die Heilige Dreifaltigkeit /Abrahams Gastfreundschaft (1. Mose 18), sowie rechts die Höllenfahrt Christi.

Gotteskasten: Kinder lieben den Gotteskasten, sieht er doch so aus wie eine alte Schatzkirche. Der noch aus der Ursprungskirche von 1605 stammende Holzkasten dient heute zur Sammlung der Kollekte für die St.-Franziskus-Kirche.

Geschichte

Schon von weither ist sie zu sehen die St.- Franziskus-Kirche, denn ihr spitzer neugotischer Turm prägt wesentlich das Stadtbild von Schwarzenbek. Und wenn nachts der Verkehr zur Ruhe kommt und die grelle Hektik des Tages nachlässt, erinnert einzig der angestrahlte Turm daran, dass es hier schon seit vielen Jahrhunderten eine Kirche gab. Vielleicht kann man dann kurz die Augen schließen und im Geiste Ritter und Herzoge, Sturm und Regen der Geschichte vorbeiziehen lassen. Hier am Marktplatz im Ortskern von Schwarzenbek, gegenüber dem modernen Rathaus steht mittlerweile schon die dritte Kirche am gleicher Stelle. Vor 1250 hatte der Ritter Schwartebeke seine Burg gebaut und für erste Siedler gesorgt. Als dann unter der Besiedlungspolitik Heinrich des Löwens immer mehr Christen hierher zogen, entstand in Brunstorf eine erste Kapellengemeinde. Doch die Schwarzenbeker wollten eine eigene Kirche haben. Und so ließ Herzog Franz II (1581 – 1619), der damalige Patron, 1605 vermutlich eine erste Kirche errichten, die er, wohl nicht unbeeinflusst durch seinen eigenen Namen, dem Heiligen Franziskus widmete. Mit diesem Kirchennamen erinnerten die Schwarzenbeker an den Mönch aus Assisi (1182-1226), der sich als Reformator der Kirche berufen fühlte, indem er Armut, Nächsten-, Tier- und Naturliebe predigte. Doch der Kirchbau (vermutlich aus Holz) überlebte nur etwa 150 Jahre bis ihn ein Sturm 1747 vernichtete. Schon ein Jahr später ließ der Patron für die nur 420 Einwohner Schwarzenbeks eine neue Kirche bauen, eine richtige Fachwerkkirche, von der heute noch Schwarz-weiß Photografien existieren. Aber auch dieser Kirche war kein großes Glück beschert: So soll sie während des Dreißigjährigen Krieges ausgebrannt sein, so dass die Schwarzenbeker wieder nach Brunstorf zum Gottesdienst gehen mussten. Und rund 150 Jahre nach ihrer Einweihung, 1894, musste man die St.- Franziskus-Kirche wegen statischer Mängel und Baufälligkeit abreißen. Die heutige Kirche entstand ein Jahr später, im Jahr 1895. Schwarzenbek war gewachsen. Denn die neuen Bahnverbindungen von Hamburg nach Berlin sowie Schwarzenbek-Bad Oldesloe in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatten die Gemeinde deutlich vergrößert. So erbaute man eine große St.- Franziskus-Kirche im neugotischen Stil. Der einschiffige Backsteinbau mit seiner Einrichtung ist im Wesentlichen bis heute in seiner Ursprungsform erhalten. Nur der Krieg hinterließ seine Spuren: Die im zweiten Weltkrieg zerstörten Fenster wurden bei der großen Renovierung Mitte der 50ziger Jahre durch einfache bleiverglaste ersetzt. Außerdem bekam die Gemeinde eine neue Orgel. In dem 52 Meter hohen Kirchturm schlagen heute noch Glocken aus der ersten Kirche (1628 und 1645). 1992 erhielt der Kirchturm ein neues Kupferdach, und seit 2006 die fast unleserlich gewordenen Ziffern der Uhren durch hell leuchtende ersetzt wurden, können die Schwarzenbeker schon von Weitem die Uhrzeit lesen. 

 

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