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Leitbild

Unser Leitbild in Schwarzenbek 

      • Flexibel und offen arbeiten
      • Einen Schwerpunkt auf Integration und Verbindung legen
      • Christlichen Glauben zeitgemäß vermitteln und erlebbar machen
      • Auf kirchengemeindlicher, städtischer und dörflicher Ebene arbeiten
      • Einzelne und Gruppen- auch aus dem Blick geratene- in Kontakt bringen

 

In den nächsten fünf Jahren (2009 - 2014) wollen wir als Kirchengemeinde schwerpunktmäßig integrativ und verbindend arbeiten. Das heißt, verschiedene Gruppen und Einzelpersonen im kirchen-gemeindlichen, aber auch im städtischen und dörflichen Leben kennen zu lernen und Räume und Möglichkeiten zum gemeinsamen Gespräch und Handeln zu eröffnen. Christliche Gemeinschaft wird dadurch im Gemeindeleben spürbar.

Flexibilität und Offenheit unserer Arbeit bilden dazu unabdingbare Grundlage, um christliche Glaubensinhalte situations- und zeitangemessen vermitteln und leben zu können.

Ausgangslage

Schwarzenbek verändert und vergrößert sich seit Jahren stark. Aus einem Dorf ist eine Stadt mit teilweise noch dörflicher Struktur geworden. Schon um 1970 herum ist ein großer Stadtteil neu entstanden (Nordost), der bis heute nicht ganz in das städtische Ganze integriert ist. In den letzten Jahren ist wiederum ein neuer, großer Stadtteil mit vielen großstädtisch geprägten NeubürgerInnen hinzugekommen (Mühlenkamp), der sich zudem in der Bevölkerungsstruktur (vorwiegend jüngere Familien) von dem anderer Stadtteile (mit älteren Einwohnerinnen und Einwohnern) unterscheidet, so dass sich derzeit drei deutlich unterschiedliche und relativ unverbundene Stadtviertel feststellen lassen (Alter Kern, Nordost, Mühlenkamp). Dies weist innerstädtisch auf Integrationsbedarf, der sich im Stadtplan aufzeigen lässt: Bahnschienen und Möllner Straße zerteilen die Stadt in die genannten Teile, während "die Brücke" Verbindungen symbolisiert und auch schafft. Zudem stellt sich die Aufgabe, sozial isolierte MitbürgerInnen (z. B. Arbeitslose, ausländische MitbürgerInnen, Aussiedler, Behinderte) wahrzunehmen, ihnen soweit es möglich ist, im gemeindlichen Rahmen zu helfen oder auf andere Hilfsangebote hinzuweisen.

Die Kirchengemeinde

Auch unsere Kirchengemeinde hat sich in den letzten Jahren stark verändert; deutliche Traditionsbrüche lassen sich erkennen. Aus einer traditionalistischen Gemeinde (in einem eben-so konservativ geprägten Kirchenkreis) ist eine offene, zeitnahe Gemeinde geworden, die bei aller Wandlungsfähigkeit an zentralen Inhalten des Glaubens festhält. Die Veränderungen in der Stadt spiegeln sich zudem im sukzessiven Entstehen kirchlicher Zentren (ursprünglich St. Franziskus, 1972 dann St. Elisabeth, 1998 Haus der Kirche) wider.

Ergebnisse der Gemeindeanalyse

Die Gemeindeanalyse hat gezeigt, dass vielen Menschen eine wandlungsfähige, mit der Zeit und den Menschen gehende Kirche sympathisch ist. Das Verharren in alten Traditionen wird oft sehr skeptisch gesehen. Umgekehrt befürchten andere Gruppierungen, durch zu große Offenheit ginge die Substanz des Glaubens verloren und durch zu viele Veränderungen würden manche Gemeindekreise an den Rand gedrängt. Hieraus ergibt sich als Aufgabe, als Gemeinde auf der Basis christlichen Glaubens wandlungsfähig und in Bewegung zu bleiben. Vorhandene Traditionen sind jeweils darauf hin zu überprüfen, ob sie in der gegenwärtigen Situation den Aufgaben der Kirchengemeinde gerecht werden und die Verkündigung des Evangelium in Wort und Tat eher fördern oder eher behindern. Die Gemeindeanalyse hat zudem offensichtlich gemacht, dass integratives Arbeiten aus vielen konkreten Gesichtspunkten derzeit Vorrang haben sollte:

Manche Aussiedler erscheinen in der Jugendarbeit und in den Gottesdiensten (auch bei Amtshandlungen) und in unseren Einrichtungen. Sie nehmen aber sonst kaum am Gemeindeleben teil. Alt-Schwarzenbeker und Neubürger finden auch im kirchlichen Leben noch zu wenig zueinander. Sozial Schwächere kommen in manchen Teilen des Gemeindelebens kaum vor. Das gemeindliche Leben zwischen Schwarzenbek, Grabau und Grove ist fast unverbunden. Zwischen Jung und Alt existieren wenige Brücken (Generationenproblem). Anfragen nach der Gemeinschaft untereinander werden von einzelnen oder Gruppen gestellt. Weiterführung: Theologisch lässt sich das integrative Ziel trinitarisch (am dreieinigen Gott) verankern: - Gott als Schöpfer hat alle Menschen geschaffen und über sie gesagt: "Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei" (1. Mose 1f) - Jesus Christus hat sein Handeln allen Menschen (über Volks- und Religionsgrenzen hinaus) zugewandt; er bildet den einen Leib der Kirche aus ihren vielen verschiedene Gliedern (1. Kor. 12) und ist der Herr der ganzen Welt (Bild des Pantokrators) - Der Heilige Geist verbindet alle Menschen im Glauben zu einer Gemeinschaft und überwindet Spaltungen (Das Pfingstwunder in Apg. 2 als Gegenbild zur Sprachverwirrung in 1. Mose 11,1-9).

Offenheit und Wandlungsfähigkeit bilden dabei keinen Selbstzweck und keinen Inhalt, sind aber aus funktionalen Gründen unbedingt notwendig, um gegenwärtige Lebensbedingungen und die Botschaft des christlichen Glaubens wechselseitig aufeinander zu beziehen.

Chancen:

Die Chance unserer Kirchengemeinde liegt in der beschriebenen Situation:

theologisch: in der integrativen und Gemeinschaft stiftenden Kraft der Botschaft des Evangeliums

geographisch für Schwarzenbek: in der lokalen Präsenz der jeweiligen kirchlichen Zentren in allen drei Stadtvierteln

soziologisch: in 57 % Kirchenmitgliedschaft quer durch die Stadt

sozial: die gelebte Gemeinschaft im Glauben eröffnet neue Perspektiven bezüglich Nähe und Geborgenheit im Umfeld sozialer Veränderungsprozesse in der Gesellschaft (z.B. Arbeitssituation, Ehe und Familie, Chancengleichheit)

personell: in der Zuständigkeit vieler Mitarbeitenden über das ganze Stadtgebiet und die Dörfer

historisch: in der starken Wandlungsfähigkeit der Gemeinde in den letzten Jahren

Konkretionen: 

Mögliche Arbeitsziele dieses Gemeindeleitbildes sind:

Innergemeindlich: überprüfen, wie kirchengemeindliche Angebote Gemeinschaft fördern können. Gemeinschaft, in der sowohl Nähe als auch Distanz möglich ist (Volkskirche).

Innergemeindlich: überprüfen, welche kirchengemeindlichen Angebote Gemeinschaft fördern können.

Innergemeindlich: Angebote erweitern, in denen jeder und jede sich als Teil einer Gemeinschaft und damit als Teil unserer Gemeinde erfahren kann.

Innergemeindlich: Überprüfen, ob kirchengemeindliche Angebote separieren oder integrieren; integrieren hieße dabei, Menschen verschiedenen Alters, sozialer Herkunft oder Nationalität zusammenzuführen.

Innergemeindlich: Blick auf das Zusammenwirken der verschiedenen Gemeindeeinrichtungen

Innergemeindlich: Gesamtkonzept für St. Franziskus, St. Elisabeth und das Haus der Kirche, gegebenenfalls auch in der Werbung / Öffentlichkeitsarbeit (Logo!) dargestellt

Innergemeindlich: Frage nach dem Zusammenhalt von Altem und Neuem, verschiedenen Gruppierungen, Aktivitäten

Innergemeindlich: Angebote im Blick auf Neubürger (Aufnahme derselben in die Kirchengemeinde) 

Innergemeindlich: Hilfen und Hilfsangebote (Diakonie) im Blick auf sozial Schwächere anbieten.

Nach außen: integrierende Kraft für die verschiedenen Stadtteile, insbesondere Alter Kern, Nordost, Mühlenkamp, das heißt Räume und Möglichkeiten zum Kennen lernen eröffnen, um den verschiedenen Gruppierungen das Aufeinanderzugehen zu erleichtern.

Nach außen: sich diakonisch, aber auch politisch für soziale und ethnische Randgruppen einzusetzen.

Nach außen: Menschen einladen, Gemeinde und Gemeinschaft mitzugestalten.

 

Für die genannten Konkretionen ist unabdingbar, neue Wege zu beschreiten. Das Evangelium Christi erreicht Menschen nicht, wenn die Form seiner Weitergabe an den Menschen der Gegenwart vorbeigeht. Konkret heißt das beispielsweise, dass junge Familien im Stadtgebiet Mühlenkamp zu Recht anderen Formen kirchengemeindlichen Handelns erwarten, als ältere Schwarzenbeker der sogenannten "Kerngemeinde".

Verabschiedet vom Kirchenvorstand mit Beschluss 09-124 am 9. Juni 2009